Gibt es kurzfristige Therapieplätze in Hamburg oder online, und wie lange ist die
Wartezeit?
Als Privatpraxis für Selbstzahler in Hamburg können Erstanfragen in der Regel zeitnah und
ohne monatelange Wartezeiten berücksichtigt werden. Ein kostenfreies, 30-minütiges
Vorgespräch findet meist innerhalb von ein bis zwei Wochen statt. Die darauffolgenden
Sitzungen können flexibel vor Ort in der Praxis am Alstertor oder als verschlüsselte
Online-Therapie per Video vereinbart werden.
Was kostet die Psychotherapie und übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die psychotherapeutische Begleitung ist eine reine Selbstzahlerleistung. Das Honorar für
eine Sitzung richtet sich nach dem aktuellen Praxis-Satz. Die gesetzlichen Krankenkassen
erstatten diese Leistungen grundsätzlich nicht, was Ihnen den Vorteil einer Behandlung ohne
bürokratische Anträge und ohne Aktenkundigkeit bei Kassen bietet. Bei privaten
Krankenversicherungen (PKV) oder Zusatzversicherungen für Heilpraktiker ist eine anteilige
oder vollständige Kostenübernahme oft möglich und sollte von Ihnen vorab geklärt werden.
Woran merke ich, ob Psychotherapie bei Ihnen gerade das Richtige für mich ist?
Sie benötigen weder eine fertige Diagnose noch müssen Sie erst an einem absoluten Tiefpunkt
ankommen. Ein sinnvoller Anlass für eine Psychotherapie ist gegeben, wenn sich belastende
Muster in Beziehungen immer wiederholen, Ihnen der Alltag übermäßig viel Kraft kostet oder
Sie kognitiv bereits viel über sich verstanden haben, innerlich aber dennoch nicht
weiterkommen. In einem ersten Gespräch klären wir gemeinsam und ergebnisoffen, ob meine
körperorientierte Begleitung für Ihr Anliegen passend ist.
Was erwartet mich in der ersten Sitzung?
Im Fokus steht zunächst das aktuelle Anliegen und die Erwartung an die Zusammenarbeit. Es
geht primär um das gegenwärtige Erleben und nicht zwingend um die vollständige
Lebensgeschichte. Die erste Sitzung dient der gegenseitigen Einschätzung: Der Therapeut
prüft die fachliche Passung, und der Klient findet heraus, ob er sich auf den
therapeutischen Prozess und das Gegenüber einlassen möchte.
Wie häufig finden die Sitzungen statt und wie lange dauert eine Therapie?
Es gibt keine starren Vorgaben. Zu Beginn ist ein regelmäßiger Rhythmus (z. B.
wöchentlich oder 14-tägig) hilfreich, um den Prozess zu etablieren. Gleichzeitig benötigt
das Erlebte Zeit zur Integration im Alltag. Die Dauer der Therapie hängt von den
individuellen Mustern ab: Manchmal bewirken wenige Sitzungen einen spürbaren Schritt,
während über Jahre etablierte Muster mehr Zeit erfordern.
Was ist der Unterschied zwischen Psychologen, Psychotherapeuten und Heilpraktikern für
Psychotherapie?
Psychologen haben ein Psychologiestudium absolviert, dürfen aber ohne Approbation nicht
heilkundlich arbeiten. Die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ setzt eine ärztliche oder
psychologische Approbation voraus. Ein Heilpraktiker für Psychotherapie besitzt eine
staatliche Erlaubnis zur Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen, rechnet jedoch
als Privatpraxis in der Regel nicht mit den gesetzlichen Krankenkassen ab, was Klienten mehr
Anonymität und Therapiefreiheit bietet.
Was ist Focusing und wie fließt es in die psychotherapeutische Begleitung ein?
Focusing ist eine von Eugene Gendlin entwickelte, körperorientierte Methode, um dem
eigenen, inneren Erleben zuzuhören. Der Ausgangspunkt ist ein oft noch undeutliches,
körperliches Gespür für eine ganze Situation – der sogenannte Felt Sense. In der Therapie
gebe ich nicht vor, was dieses Empfinden bedeutet. Wir schaffen vielmehr die Ruhe und den
inneren Abstand, damit Sie selbst wahrnehmen können, welche Worte, Bilder oder Handlungen
sich für Sie wirklich stimmig anfühlen.
Wirkt Psychotherapie wirklich – oder ist sie nur Reden?
Reden hilft bei der kognitiven Einordnung, verändert aber allein oft nicht das emotionale
Erleben. Die körperorientierte Psychotherapie achtet stark darauf, was während des Sprechens
physiologisch geschieht. Wenn Worte mit dem bislang nur unklar körperlich Gespürten
abgeglichen werden, entsteht eine messbare Veränderung, die weit über rein intellektuelles
Verstehen hinausgeht.
Muss ich in der Traumatherapie meine gesamte Lebensgeschichte im Detail erzählen?
Nein, es besteht kein Zwang, schmerzhafte Details aus der Vergangenheit wiederholt
offenzulegen. Sie bestimmen selbst, worüber Sie sprechen möchten und was noch Zeit braucht.
In der traumasensiblen Arbeit müssen wir den genauen inhaltlichen Ablauf einer Erfahrung oft
gar nicht vollständig kennen. Wir bleiben stattdessen bei dem, was Sie im gegenwärtigen
Moment körperlich bemerken – etwa einer Enge oder Unruhe –, um von dort aus Ihr
Nervensystem zu regulieren und Sicherheit zurückzugewinnen.
Wie sollte sich eine gute therapeutische Beziehung anfühlen und worauf sollte ich achten?
Ein sofortiges, vollständiges Wohlfühlen ist nicht zwingend, da Therapie auch aufwühlen
kann. Entscheidend ist, dass Klienten sich ernst genommen fühlen, ihr eigenes Tempo behalten
dürfen und Unsicherheiten oder Widerspruch äußern können. Warnzeichen für eine schlechte
Passung sind hingegen Heilsversprechen, das Abwerten der eigenen Wahrnehmung, Druck oder
Grenzverletzungen.
Ist eine körperorientierte Begleitung auch nach einer stark analytischen Vortherapie
sinnvoll?
Ja, ganz besonders dann. Viele Klienten haben durch klassische Gesprächstherapien ihre
Verhaltensmuster auf kognitiver Ebene vollständig analysiert, leiden aber körperlich oder
emotional weiterhin unter Blockaden. Genau an dem Punkt, wo rein intellektuelles Verstehen
nicht mehr weiterhilft, setzt die körperorientierte Arbeit wie das Focusing an, um im
Nervensystem festsitzende Reaktionsschleifen erfahrbar zu machen und tiefgreifend zu lösen.
Begleiten Sie auch bei massiven Konflikten oder einem Kontaktabbruch mit der
Herkunftsfamilie?
Ja. Massive familiäre Belastungen – wie die unbewusste emotionale Verantwortungsübernahme
für die Eltern (Parentifizierung), narzisstische Dynamiken oder schmerzhafte
Kontaktabbrüche – aktivieren tiefe kindliche Bindungsmuster. Die traumasensible Begleitung
hilft Ihnen dabei, familiäre Rollen zu durchschauen, erdrückende Schuldgefühle abzubauen und
klare, gesunde Grenzen zu setzen, ohne Ihre eigene Stabilität aufzugeben.
Wie hilft Ihre Methodik bei anhaltenden beruflichen oder privaten Entscheidungskrisen?
Bei hochkomplexen Umbrüchen im Beruf oder Privatleben führen rationale Pro-Contra-Listen oft
zu Grübelzwang und Erstarrung. Durch Focusing und Körperwahrnehmung entlasten wir den stark
analytischen Verstand. Sie lernen, den „Felt Sense“ – Ihr körperliches Resonanzgefühl für
innere Stimmigkeit – als zusätzliche, hochpräzise Intelligenzquelle zu nutzen, um
Entscheidungen zu treffen, die sich nicht nur logisch richtig, sondern auch innerlich
tragfähig anfühlen.
Bieten Sie psychologische Krisenbegleitung speziell für Väter in Trennungssituationen an?
Eine Trennung und die damit verbundene familiäre Neuordnung reaktivieren besonders bei
Vätern oft fundamentale Existenz- und Verlustängste. Das körperorientierte Coaching
unterstützt Sie dabei, das eigene Nervensystem in akuten Eskalationen zu beruhigen. Ziel ist
es, inmitten von Schmerz oder Wut die emotionale Erreichbarkeit zu bewahren, um für Ihr Kind
ein verlässlicher, sicherer Hafen und ein präsenter Vater bleiben zu können.
Können pädagogische Einrichtungen Sie für Team-Supervision und Fortbildungen buchen?
Ja. Basierend auf meiner langjährigen Erfahrung in der pädagogischen Leitung und
Fachberatung biete ich für Kitas, Schulen und Träger der Jugendhilfe spezialisierte
B2B-Formate an. Mein Angebot umfasst Team-Supervisionen, Fallbesprechungen und
Leitungs-Coaching. Ein zentraler Schwerpunkt liegt dabei auf der ressourcenorientierten
Praxisbeobachtung und der Frage, wie Fachkräfte in stressigen Alltagssituationen ihre eigene
psychosoziale Gesundheit und Co-Regulationsfähigkeit bewahren.